Anliegen der Kitzrettung

In der Bundesrepublik Deutschland werden jährlich ca. 500.000 Wildtiere verstümmelt oder getötet, davon sind allein ca. 90.000 Rehkitze bei der Grünlandmahd betroffen. Mit Kadaverteilen verunreinigtes, siliertes Mähgut führt immer häufiger zu tödlichem Botulismus bei damit gefütterten Rindern und Pferden, oftmals mit beträchtlichem materiellen Schaden.

Wegen der steigenden Arbeitsbreiten und –geschwindigkeiten der Landmaschinen kann der im Grundgesetz verankerte Tierschutz ohne technische Hilfsmittel nicht umgesetzt werden. Gerade bei der Grünlandmahd sind der Zeitdruck und die Bearbeitungsintensität so hoch, dass die traditionell gewählten Verfahren (Begehung der Wiesen) nur kleine Erfolge zeigen. Jungen Rehkitzen fehlt, wie auch den Feldhasen und diversen Bodenbrütern, in den ersten vier Lebenswochen jeglicher Fluchtinstinkt, sie „drücken“ sich zusammengekauert an den Wiesenboden. Selbst bei einer Entfernung von unter 2 Metern sind diese dann nicht mehr eindeutig erkennbar.

Seit einigen Jahren sind wir, Jäger, wie Nichtjäger, Erwachsene, Kinder und Jugendliche ehrenamtlich engagiert bei der Rehkitzsuche, seit 2020 nun auch per Drohne mit Wärmebildkamera. Hierzu bedienen wir uns unbemannter Luftfahrtsysteme, kurz UAS, Multikopter oder auch Drohnen genannt. Diese sind mit Kameras ausgestattet, die vom Boden aus ferngesteuert werden können.

Es konnten in den vergangenen Jahren etliche Kitze durch unser Team aufgespürt und vor dem Mähtod gerettet werden, die „Luftunterstützung“ wird diese Erfolgsquote nochmals deutlich nach oben schrauben. Unglücklicherweise wollen aber fast alle Landwirte bei den passenden Wetterbedingungen zur gleichen Zeit ihre Wiesen mähen. Aus diesem Grund ist es erforderlich, weitere potentielle Rehkitzretter von dieser ehrenamtlichen Tätigkeit in den frühen Morgenstunden zu überzeugen. Wir brauchen Helfer auf der Fläche!

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